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Stadtführer für alle Fälle
Eine kleine blaue Broschüre weist Touristen und Einheimischen in Wien sicher den Weg zur nächsten Toilette. Die Idee stammt von der „Medizinischen Gesellschaft für Inkontinenzhilfe Österreich“ und ist ein großer Erfolg. Schon gibt es ein ähnlich aufschlussreiches Nachschlagewerk für die steirische Metropole Graz. In Berlin sind zwei Autoren und begeisterte Toilettenbesucher dem Thema noch tiefer auf den Grund gegangen. In ihrem mittlerweile vergriffenen Buch „Stadtführer für alle Fälle“ erfährt man unter anderem, dass die ersten öffentlichen Bedürfnisanstalten in Berlin um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden und sich, liebevoll „Café Achteck“ genannt, bald großer Beliebtheit erfreuten. 386 öffentliche WCs gibt es heute in der Hauptstadt und das beliebteste Häuschen – am Rathaus Spandau – empfängt über 37.000 Besucher im Jahr. Die beiden Klobegeisterten ließen es sich übrigens nicht nehmen, viele ihrer Studienobjekte persönlich zu besuchen und kuriose Testberichte zu verfassen. Pioniere auf dem Gebiet der Toilettenführer waren zwei Schriftstellerinnen, die die Hamburger WC-Szene auf Sauberkeit und ästhetischen Wert prüften. Sie fanden heraus, dass man am Fischmarkt in einem denkmalgeschützten Bau austreten kann und die Automatik-Toilette am Berliner Tor von Stararchitekt Norman Foster entworfen wurde. Sowohl in Berlin als auch in Hamburg fielen übrigens viele öffentliche WCs im Urteil der Tester unten durch. Wer also nicht auf häufige Besuche der historischen Örtchen angewiesen ist, fährt allemal besser. Ein Grund mehr, sich nicht mit Inkontinenzproblemen zu arrangieren. |
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