Begriffe
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Abdominale Methode nach Burch
Bei dieser Operation wird die Lage der Scheide verändert. Sie wird angehoben und in die Nähe des Blasenhalses verlagert. Dadurch erhöht sich der Verschlussdruck in der Harnröhre, die dann dem Druck der Blase wieder besser standhalten kann. Der Eingriff erfolgt über einen Bauchschnitt.
Anticholinergika (auch Antimuskarinika genannt)
Wirkstoffgruppe, die zur Therapie der Dranginkontinenz eingesetzt wird. Anticholinergika unterdrücken die Wirkung des Neurotransmitters Acetylcholin an der Blasenmuskulatur. So verhindern sie unwillkürliche Kontraktionen und Harnverlust.
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Beckenboden
Der Beckenboden besteht aus drei Muskelschichten, die wie ein Trampolin zwischen Steißbein, Schambein sowie rechtem und linkem Sitzknochen gespannt sind. Die Muskulatur des Beckenbodens stützt alle Organe des kleinen Beckens und den gesamten Rumpf.
Beckenbodentraining
Gezieltes Training zur Stärkung der Muskulatur des Beckenbodens, was die Verschlusskraft der Blase erhöht.
Belastungsinkontinenz
(früher auch „Stressinkontinenz“ genannt) Unwillkürlicher Harnverlust bei erhöhtem Druck im Bauchraum, z.B. durch Husten, Niesen, Lachen oder beim Sport. Acht von zehn Frauen leiden unter Symptomen der Belastungsinkontinenz, der häufigsten Form der weiblichen Harninkontinenz. Sie ist fast ausschließlich ein Frauenleiden und betrifft auch jüngere Frauen, z.B. nach Geburten.
Biofeedback-Verfahren
Das Verfahren ermöglicht die Kontrolle des Beckenbodentrainings: Eine Sonde macht die Bewegung der Muskulatur sichtbar und hörbar.
Blase
Die Blase ist ein Hohlorgan, das von glatter Muskulatur umgeben ist. Sie wird über zwei Harnleiter mit Urin gefüllt. Die Blase ist sehr dehnbar und kann bis zu 800 ml aufnehmen. Je nach Person setzt aber bereits bei einer Füllmenge von 200 bis 300 ml der Harndrang ein. Die weibliche Blase liegt hinter dem Schambein und grenzt an Gebärmutter und Scheide.
Blasendruckmessung
Die Messung (Zystometrie) ermittelt den Druck in der Blase in verschiedenen Füllungszuständen. Über einen dünnen Schlauch (Katheter) wird die Blase langsam mit Flüssigkeit gefüllt und dabei mehrfach der entstehende Druck gemessen. Der Arzt kann so die Funktionstüchtigkeit der Muskeln, die am Austreiben des Harns beteiligt sind, prüfen. So lässt sich auch feststellen, wie viel Urin die Blase aufnehmen kann.
Blasenspiegelung
Bei der Blasenspiegelung wird die Blase mit einem Zystoskop untersucht; das ist ein dünnes schlauch- oder röhrenförmiges Instrument, das durch die Harnröhre eingeführt wird. Dabei verwendet der Arzt ein Gleitgel und eine örtliche Betäubung. Mittels Zystoskop lassen sich Entzündungen, Blutungen oder Blasensteine erkennen.
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Detrusor
Ist die Kurzbezeichnung für Detrusor vesicae; die zusammenfassende Bezeichnung für die Muskulatur, die die Entleerung der Harnblase bewirkt („Harnaustreiber).
Dranginkontinenz
Starker, nicht unterdrückbarer Harndrang mit ungewolltem Harnverlust. Ursache der Dranginkontinenz ist eine Überaktivität oder Instabilität der harnaustreibenden Muskulatur. Von der Dranginkontinenz sind etwa 22% der inkontinenten Frauen und ca. doppelt so viele inkontinente Männer betroffen.
Druckprofilmessung
Über spezielle Sonden wird bei der Druckprofilmessung (Urethrozystotonometrie) der Druck in Blase und Harnröhre ermittelt. Die Patientin wird gebeten, kräftig zu husten oder sich zu bücken. Aus den Ergebnissen sieht der Arzt, ob der Verschluss der Blase richtig funktioniert, und unter welchem Druck er gegebenenfalls versagt
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Elektromyografie des Beckenbodens
Bei der Elektromyografie wird die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur und des Blasenschließmuskels mittels spezieller Elektroden gemessen. Untersucht wird auch, inwieweit der Patient diese Muskeln kontrollieren kann.
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Harnaustreibende Muskulatur
Siehe Detrusor.
Harnflussmessung
Bei der Harnflussmessung oder Uroflowmetrie wird der Harnfluss während der Blasenentleerung in einer Spezialtoilette gemessen. Der Abfluss dieser Toilette ist mit einem Gerät verbunden, das den Harnfluss pro Zeiteinheit, die Dauer des Harnflusses und die mittlere und maximale Harnflussrate misst. Das Ergebnis wird in einer Harnflusskurve aufgezeichnet.
Harnröhre
Die Harnröhre (Urethra) ist ein etwa bleistiftdicker Gang, durch den der Urin aus der Blase nach außen gelangt. Sie ist bei Frauen 2,5 bis 5 cm, bei Männern 20 bis 25 cm lang.
Harnröhrenunterspritzung
Dabei wird eine Substanz – beispielsweise Silikon – in die Gegend des Blasenhalses gespritzt. So entsteht rund um die Harnröhre ein zusätzlicher Druck, der die Verschlussfähigkeit verbessert. Manchmal ist das anfangs positive Ergebnis nicht von Dauer und der Eingriff muss nach einiger Zeit wiederholt werden.
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Inkontinenz
Verlust der Fähigkeit, Urin (oder Stuhlgang) bewusst zurückzuhalten und den Zeitpunkt der Entleerung selbst zu bestimmen. Bei der Harninkontinenz unterscheidet man verschiedene Formen, die unterschiedliche Ursachen haben und deshalb auch unterschiedlich behandelt werden müssen.
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Konservative Behandlung
Allgemein nicht operative Behandlungsformen. Bei Harninkontinenz sind dies vor allem Beckenbodentraining und Medikamente.
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Medikamente
Eine gezielte Behandlung mit Medikamenten war lange Zeit nur bei der Dranginkontinenz möglich. Neben dem Hormon Östrogen, das bei der Inkontinenztherapie eine gewisse Rolle spielt, kommen dabei v.a. Substanzen zum Einsatz, die über das Nervensystem auf Blase oder Harnröhre wirken, vor allem so genannte Anticholinergika. Seit Mitte 2004 steht jetzt auch ein speziell zur Therapie der Belastungsinkontinenz zugelassenes Medikament zur Verfügung.
Miktion
Miktion ist der medizinische Fachausdruck für den Vorgang des Wasserlassens. Für die natürliche Entleerung der Blase ist ein Zusammenspiel der harnaustreibenden Muskulatur (medizinisch: Detrusor) und des Schließmuskels (medizinisch: Rhabdosphinkter) der Harnröhre verantwortlich.
Mischinkontinenz
Bei dieser Form der Harninkontinenz treten die Symptome der Belastungsinkontinenz und der Dranginkontinenz gemeinsam auf.
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Nervus pudendus
Nerv, der aus einem Nervengeflecht im Rückenmark entspringt und u.a. den Schließmuskel der Harnröhre kontrolliert.
Neurotransmitter
Im Nervensystem wirkende Substanz, die als Informations- und Signalüberträger fungiert. Impulse werden von einer Nervenzelle zur nächsten weitergegeben, indem diese Botenstoffe in den Zwischenraum zwischen zwei Nervenzellen ausgeschüttet werden und an die passenden Rezeptoren der benachbarten Zelle andocken.
Noradrenalin
Hormon des Nebennierenmarks, das als Neurotransmitter Signale von Nervenzellen weiterleitet.
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Proktologie
Medizinisches Teilgebiet, das sich mit den Erkrankungen des Darms und des Analbereichs befasst.
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Reflexinkontinenz
Harninkontinenz infolge bestimmter Nervenerkrankungen. Die Übertragung von Signalen zwischen Gehirn und Blase ist gestört, so dass sich die Blase reflexartig und ohne willentliche Kontrolle entleert.
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Schließmuskel
Siehe Sphinkter.
Schlingentechniken
Sammelbegriff für die Operationstechniken, bei denen Blasenhals und Harnröhre Richtung Bauchraum verlagert und dort mit Hilfe von Schlingen befestigt werden. Ziel der Methode ist es, die Harnröhre in der anatomisch korrekten Position zu stabilisieren.
Serotonin
Ist ein Neurotransmitter, eine im Nervensystem wirkende Substanz, die als Informations- und Signalüberträger von einer Nervenzelle zur anderen fungiert. Serotonin beeinflusst u.a. die Kontraktion des Harnröhrenschließmuskels.
Sphinkter
Musculus sphincter; die wissenschaftliche Bezeichnung für den Schließmuskel. Der Schließmuskel der Harnröhre wird als Rhabdosphinkter bezeichnet.
Stressinkontinenz
Frühere Bezeichnung der Belastungsinkontinenz. Der Begriff bezieht sich auf das englische „stress“, das allgemein für Belastung – auch körperlicher Art – steht. Und sich nicht, wie im Deutschen, nur auf starken psychischen Druck bezieht.
Synapse
Kontaktstelle zwischen zwei Nervenzellen bzw. zwischen Nervenzellen und anderen Zellen (z.B. Sinnes- oder Muskelzellen). Die Weiterleitung von Nervenimpulsen in der Synapse erfolgt vor allem biochemisch über Neurotransmitter.
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TVT- Methode
Bei diesem neueren Operationsverfahren wird ein spezielles Kunststoffband spannungsfrei um die Harnröhre gelegt, wodurch deren Verschlusskraft wiederhergestellt wird. Die Operation ist unter örtlicher Betäubung mit speziellen Instrumenten und sehr kleinen Einschnitten in der Haut möglich: Das verkürzt die Heilungszeit nach dem Eingriff.
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Urethra
Siehe Harnröhre.
Urethrozystotonometrie
Siehe Druckprofilmessung.
Uroflowmetrie
Siehe Harnflussmessung.
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Videourodynamik
Die Videourodynamik ist eine Röntgenuntersuchung der Blase. Eine kontrastmittelhaltige Flüssigkeit macht die Blase auf den Röntgenbildern sichtbar. Dadurch kann der Arzt die Füllung und Entleerung der Blase auf dem Bildschirm mitverfolgen und beurteilen.
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Zystometrie
Siehe Blasendruckmessung.
Zystoskopie
Siehe Blasenspiegelung.
Überlaufinkontinenz
Eine bei Frauen seltene Form der Harninkontinenz. Urin kann wegen mechanischer Hinternisse in der Blase nicht richtig abfließen. Typische Kennzeichen der Überlaufinkontinenz sind Harnträufeln, häufiges Wasserlassen, Startschwierigkeiten beim Wasserlassen und verstärkter Harndrang.


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