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Kurioses zum ThemaVorreiter in Sachen Hygiene waren die Griechen, die bereits in der Antike erste Formen von Toiletten und Abwassersysteme besaßen. Rund 1000 Jahre später griffen die Römer diese Ideen auf und entwickelten sie weiter. Sie errichteten Latrinen, die an das Kanalsystem „Cloaca Maxima“ angeschlossen waren. Allerdings durften nur die Reichen sie benutzen, und die Bezeichnung „stilles Örtchen“ traf damals keineswegs zu. Vielmehr besprachen die Römer auf der Marktplatz-Latrine Geschäftliches, woraus sich die Redewendung „ein Geschäft machen“ entwickelt haben dürfte. Als Vorform des Toilettenpapiers dienten den Römern in Salzwasser getränkte Schwämmchen, Wolle oder Stofffetzen. Als das Römische Reich unterging, bedeutete dies auch einen Rückschritt in Sachen Hygiene: Im Mittelalter verrichtete man seine Notdurft im Freien oder kippte die Ausscheidungen in die Straßenrinnen. Entsprechend verheerend war die hygienische Situation, als die Städte immer größer wurden. Ideenreich waren die Engländer, die öffentliche Latrinen auf Brücken über dem Londoner Fleet River installierten. War kein Fluss in der Nähe, fanden im London des 15. Jahrhundert bis zu 130 Menschen in einer Kommunal-Latrine Platz. Die Hinterlassenschaften wurden auf Felder, in Bäche und Senkgruben geschaufelt. Besonders die Armen mussten unter der schlecht entwickelten Sanitärkultur leiden, da sie auf das völlig verschmutzte Wasser des Flusses als Trinkwasser angewiesen waren. Seuchen und Epidemien waren die Folge. Erst im 19. Jahrhundert brachte die Trennung von Trink- und Abwasser eine deutliche Verbesserung. Das erste Spülklosett ließ Königin Elizabeth I. im Jahr 1596 in ihrem Palast errichten. Die Idee dazu hatte ihr Patensohn Sir John Harrington. Es dauerte aber noch weitere 200 Jahre, bis der englische Erfinder Alexander Cummings ein Wasserklosett mit hygienischer Schwemmspülung und S-förmigem Abflussrohr entwickelte, wie es auch heute noch gebräuchlich ist. Im Jahr 1810 ging in England die erste Toilette dieser Art in Produktion. Bis Kläranlagen begannen das Abwasser zu reinigen, vergingen weitere 90 Jahre. Selbst um 1950 besaßen viele Wohnungen noch kein eigenes WC, so dass man sich mit dem Nachttopf behalf. Heute verfügt nahezu jeder Haushalt in Europa über eine private Toilette, die an Kanalsysteme angeschlossen ist. Klärwerke bereiten täglich hunderte Millionen Liter Abwasser auf. Zurück bleibt der Klärschlamm, der bei rund 850 Grad Celsius verbrannt wird. Im Laufe der Zeit stiegen die Ansprüche an Bad und WC. Die nüchterne Funktionalität des einstigen Waschraums wandelte sich zu Gunsten einer wohligen Atmosphäre. Das Badezimmer wurde mehr und mehr zum Wohnraum, einem Ort der Regeneration, der Komfort und modernste Technik bietet. Zum Standard gehören heute Wasser sparende Toiletten mit antibakterieller Beschichtung. Innovativ sind dagegen Entwicklungen wie die jener Toilette, die durch eingebaute Technologien unangenehme Gerüche selbstständig beseitigt. Japanischer Erfindergeist bescherte der Menschheit sogar ein vollelektronisches Hightech-Klosett mit integrierter Dusche, Trockenfön, Desinfektionsspray und Pflegemittel-Zerstäuber. Auf Wunsch unterzieht es den Sitzenden sogar einem Gesundheitscheck und liest dessen Ergebnisse per Sprachausgabe vor. |
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