Weltweit haben bisher nur 59 Prozent der Menschen Zugang zu sanitären Einrichtungen. Die Vereinten Nationen stellten das Jahr 2008 deswegen unter das Motto der internationalen sanitären Grundversorgung. Das damit verbundene Ziel heißt: Bis 2015 die Zahl der Betroffenen ohne sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen zu halbieren. Ein Weg dorthin führt über die Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Etwa mit Hilfe des World Toilet Summit, sozusagen einem Gipfeltreffen für Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft rund um das Thema Toilette, das Tabus brechen und die Öffentlichkeit wach rütteln soll. Vom 4. bis 6. November tagte der Gipfel in Makao, um Lösungswege zu finden und der Umsetzung der ehrgeizigen Ziele näher zu kommen. Kurz nach dem Gipfeltreffen sorgten Toiletten erneut für Aufmerksamkeit in den Medien: am World Toilet Day, einem weltweiten Jahrestag zu Ehren der Toilette, der rund um den Globus jedes Jahr am 19. November gefeiert wird. Hinter all diesen Ideen steht die World Toilet Organisation, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, mit der Tabuisierung der Toiletten Schluss zu machen. Um auf die schlechten sanitären und hygienischen Zustände in vielen Teilen der Welt hinzuweisen, wurde der Welttoilettentag nun schon zum achten Mal begangen. In Deutschland verfolgt die
German Toilet Organisation die gleichen Ziele. Vor allem die Landbevölkerung in Asien und Afrika ist benachteiligt: Während die Menschen in Afrika besonders unter Wassermangel leiden, haben die Bewohner Südasiens mit Abstand den schlechtesten Zugang zu Sanitäreinrichtungen. Nur jeder Dritte verfügt über eine Latrine. Im ländlichen Indien müssen rund 600 Millionen Menschen ohne Toilette auskommen, und in Kambodscha ist weniger als ein Fünftel der Bevölkerung an ein Abwassersystem angeschlossen. Fehlende Toiletten und ungeklärte Abwässer sind Ursache für zahlreiche Krankheiten, zum Beispiel Durchfall, Cholera oder Wurmkrankheiten. Nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte die Einrichtung einfacher Sanitäranlagen jährlich rund 390 Millionen Durchfallerkrankungen verhindern. Selbst simple hygienische Maßnahmen, wie Händewaschen mit Seife, würden die Zahl der an Durchfall Erkrankten um die Hälfte verringern. Das Fehlen sanitärer Einrichtungen zieht aber noch weitere Kreise: Oft kann es auch Ursache dafür sein, dass Kinder keine Bildungseinrichtung besuchen. Aus Angst vor Infektionen lassen manche Eltern ihre Kinder nicht in die Schule gehen. In Äthiopien, wo nur ein Fünftel der Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser hat, nimmt nicht einmal die Hälfte der Mädchen regelmäßig am Unterricht teil. Bleibt zu hoffen, dass die Arbeit der Organisationen bald Früchte trägt, etwa indem Regierungen dazu ermutigt werden, in die Errichtung von Trink- und Abwassersystemen zu investieren. Weitere Informationen zum Welttoilettentag finden Sie unter
www.worldtoilet.org.
Seite merken:

Was ist das?